Wie aus verpassten Anrufen erfolgreiche Gesprächskontakte werden (2/4) Vom Anruf zum Gespräch
Warum Sie diesen Impuls lesen sollten | Summary
Im ersten Teil dieser Impulsreihe stand die Frage im Mittelpunkt, wie Gesprächsbereitschaft entsteht. Die zentrale Erkenntnis lautete:
Erfolgreiche Telefonkommunikation beginnt heute nicht mehr mit dem ersten Satz des Beraters. Sie beginnt mit der Entscheidung des Kunden, sich überhaupt auf ein Gespräch einzulassen. Doch auch die beste Vorbereitung garantiert noch kein Telefongespräch. Nicht jeder Anruf wird angenommen. Nicht jeder Kunde ist sofort erreichbar. Und nicht jeder Kontaktversuch führt unmittelbar zum gewünschten Ergebnis.
Die entscheidende Frage lautet deshalb:
Wie gelingt es, aus einem verpassten Anruf trotzdem einen erfolgreichen Gesprächskontakt entstehen zu lassen?
Genau hier setzen viele Unternehmen noch immer auf Quantität statt auf Qualität. Es wird mehrfach angerufen, ohne den Kontaktprozess bewusst zu gestalten. Dabei entscheidet heute häufig nicht der erste Anruf über den Erfolg, sondern das professionelle Zusammenspiel aus Anrufstrategie, Mailbox, Rückrufmanagement und einer konsequent kundenorientierten Vorbereitung.
In diesem Impuls zeige ich anhand meiner Erfahrungen aus Trainings und Beratungsprojekten, welche Stellschrauben die Gesprächsquote tatsächlich erhöhen – und warum oft schon kleine Veränderungen große Wirkung entfalten.
GESSER.biz | Impuls 2 von 4
⏱ Lesezeit: ca. 12-15 Minuten
1. Das Smartphone ist heute der wichtigste Kontaktkanal
Warum der erste Anruf heute fast immer auf das Mobiltelefon gehört
Noch vor wenigen Jahren war das Festnetztelefon für viele Unternehmen der erste Kontaktweg. Heute hat sich das Kommunikationsverhalten grundlegend verändert. Für die meisten Menschen ist das Smartphone zum ständigen Begleiter geworden. Es ist morgens der erste Blick nach dem Aufstehen und begleitet seinen Besitzer durch den gesamten Tag – im Beruf ebenso wie in der Freizeit. Damit verändern sich auch die Chancen, einen Kunden tatsächlich zu erreichen.
Wer heute ausschließlich Festnetznummern anruft, verzichtet häufig auf den Kommunikationskanal mit der größten Erreichbarkeit. Das bedeutet nicht, dass das Festnetz an Bedeutung verloren hat. Es bedeutet vielmehr, dass die Reihenfolge der Kontaktaufnahme neu gedacht werden sollte. Steht eine Mobilnummer zur Verfügung und liegt die Einwilligung zur Nutzung vor, sollte sie in vielen Fällen der erste Kontaktweg sein.
Erreichbarkeit bedeutet noch keine Gesprächsbereitschaft
Bereits im ersten Impuls haben wir gesehen: Erreichbarkeit und Gesprächsbereitschaft sind zwei unterschiedliche Dinge. Auch über das Smartphone entscheidet der Kunde bewusst, ob er den Anruf annimmt. Dennoch erhöht die Nutzung der Mobilnummer die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde den Anruf überhaupt wahrnimmt und eine Entscheidung treffen kann.
Damit verbessert sich die Chance auf einen erfolgreichen Gesprächskontakt.
Aus meiner Praxis
In vielen Sparkassen beobachte ich, dass Mitarbeitende zunächst automatisch die Festnetznummer wählen – obwohl gleichzeitig eine aktuelle Mobilnummer vorliegt. Frage ich nach dem Grund, lautet die Antwort häufig:
„Das haben wir schon immer so gemacht.“
Ein Blick auf die Erfolgsquoten zeigt jedoch oft ein anderes Bild. Bereits die bewusste Entscheidung, zunächst die Mobilnummer anzurufen, kann die Anzahl erfolgreicher Gesprächskontakte spürbar erhöhen.
Manchmal sind es genau diese kleinen Veränderungen, die im Alltag den Unterschied machen.
Wer seine Kunden erreichen möchte, sollte zuerst den Kommunikationsweg wählen, auf dem sie heute tatsächlich erreichbar sind.
2. Die Mailbox als Brücke
Ein verpasster Anruf muss nicht das Ende des Gesprächs sein
Viele Mitarbeitende empfinden eine Mailbox zunächst als Misserfolg. Der Kunde hat den Anruf nicht angenommen. Das Gespräch ist nicht zustande gekommen. Also folgt kurze Zeit später, meist unmittelbar der nächste Anruf.
Dabei wird häufig eine Chance übersehen. Die Mailbox kann aus einem verpassten Anruf einen angekündigten Rückruf machen. Sie ist damit keine Sackgasse, sondern eine Brücke zum eigentlichen Gespräch.
Die Mailbox des Kunden ist Teil des Kontaktprozesses
In vielen Unternehmen wird die Mailbox eher zufällig oder gar nicht (meist mit Hinweis auf das Bankgeheimnis oder den Datenschutz). genutzt. Manchmal wird eine Nachricht hinterlassen. Manchmal nicht. Mal sehr ausführlich. Mal nur mit Namen und Telefonnummer.
Ich halte das für verschenktes Potenzial.
Die Mailbox ist heute kein Notbehelf. Sie ist Bestandteil einer professionellen Kontaktstrategie. Sie informiert den Kunden darüber,
- wer angerufen hat,
- warum der Anruf erfolgt ist,
- und was als Nächstes geplant ist.
Damit reduziert sie Unsicherheit und schafft Orientierung.
Aus meiner Praxis
In Trainings empfehle ich häufig eine zweistufige Vorgehensweise.
Beim ersten Kontaktversuch steht nicht der Rückruf im Mittelpunkt. Viel wichtiger ist es, Vertrauen aufzubauen und einen konkreten zweiten Anruf anzukündigen.
Beispielsweise: „Guten Tag Frau Müller, mein Name ist Peter Gesser von der MusterSparkasse. Ich möchte mit Ihnen ein aktuelles Anliegen besprechen und werde Sie morgen gegen 10 Uhr noch einmal anrufen. Ich freue mich auf unser Gespräch.“
Erst wenn auch dieser zweite Kontaktversuch nicht erfolgreich ist, bitte ich aktiv um einen Rückruf.
Diese Vorgehensweise wirkt deutlich weniger aufdringlich und erhöht nach meiner Erfahrung die Rückrufquote.
Eine weitere Beobachtung bei Festnetzanschlüssen:
Kunden nutzen häufig die Mailbox zur Vorselektion von Anrufen, indem sie mithören, was der Anrufer aktuell auf die Mailbox spricht. An dieser Stelle entscheiden sie dann "Nehme ich den Anruf an oder nicht."
Wundere Dich also nicht, wenn sich bei Deinem Aufsprechen auf einmal der Kunde meldet. Natürlich reagieren wir an dieser Stelle mit einem freundlich, schlagfertigen "Schön, dass Sie gerade nach Hause gekommen sind" oder "Gut, dass sie es noch zum Telefon geschafft haben - wahrscheinlich waren Sie gerade beschäftigt" und nicht mit einem ironischem "Ach, Sie sind ja doch zu Hause."
Eine gute Mailboxnachricht ersetzt das Gespräch nicht – sie bereitet es vor.
3. Geduld zahlt sich aus
Warum ein weiterer Klingelton manchmal den Unterschied macht
Wie viele Klingelzeichen geben wir einem Kunden, bevor wir auflegen? Diese Frage wird erstaunlich selten gestellt. Dabei entscheidet sie häufig darüber, ob aus einem Anruf ein Gespräch wird. Viele Menschen benötigen heute einige Sekunden, bis sie ihr Smartphone erreichen.
- Es liegt in der Jackentasche.
- Im Rucksack.
- Im Auto.
- Oder auf lautlos im Nebenzimmer.
Wer bereits nach wenigen Klingelzeichen auflegt, beendet den Kontaktversuch möglicherweise genau in dem Moment, in dem der Kunde das Telefon gerade in die Hand nimmt.
Wenige Sekunden mit großer Wirkung
Natürlich geht es nicht darum, das Telefon minutenlang klingeln zu lassen. Nach meiner Erfahrung lohnt es sich jedoch häufig, ein oder zwei zusätzliche Klingelzeichen einzuplanen. Gerade diese wenigen Sekunden entscheiden nicht selten darüber, ob der Kunde den Anruf noch annimmt oder erst den verpassten Anruf sieht. Aus einem zu frühem Auflegen wird dann ein weiterer Anrufversuch zu einem späteren Zeitpunkt. Somit ein hoher zusätzlicher Aufwand für mich.
Aus meiner Praxis
In Seminaren lasse ich Teilnehmende gelegentlich bewusst mitzählen, wie lange ihr Telefon tatsächlich klingelt, bevor sie auflegen.
Das Ergebnis überrascht viele.
Oft wird deutlich früher aufgelegt, als es die eigene Wahrnehmung vermuten ließ. Allein die bewusste Entscheidung, dem Kunden etwas mehr Zeit zu geben, verbessert in vielen Fällen bereits die Gesprächsquote. Nicht spektakulär. Aber spürbar. Und genau diese kleinen Stellschrauben machen in der Summe den Unterschied.
Geduld kostet nur wenige Sekunden – kann aber den entscheidenden Gesprächskontakt ermöglichen.
4. Telefontermine sinnvoll nutzen
Verbindlichkeit schafft Gesprächsqualität
Viele Telefonkontakte scheitern nicht an mangelndem Interesse des Kunden, sondern daran, dass beide Seiten im falschen Moment zueinanderfinden. Deshalb beobachte ich seit einigen Jahren einen einfachen, aber wirkungsvollen Trend:
Immer mehr erfolgreiche Telefongespräche werden nicht spontan geführt – sie werden vereinbart.
Ein abgestimmter Telefontermin bietet beiden Seiten Vorteile.
- Der Kunde kann sich Zeit nehmen.
- Der Berater kann sich gezielt vorbereiten.
Und das Gespräch beginnt mit einer ganz anderen Aufmerksamkeit als ein überraschender Anruf.
Telefontermine sind Ausdruck von Wertschätzung
Ein vereinbarter Telefontermin signalisiert dem Kunden:
„Ich nehme Ihre Zeit ernst.“
Gleichzeitig erhält der Kunde die Möglichkeit, sich auf das Gespräch einzustellen oder notwendige Unterlagen bereitzulegen. Dadurch steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass das Gespräch tatsächlich stattfindet. Auch seine Qualität verbessert sich häufig deutlich.
Aus meiner Praxis
Immer häufiger erlebe ich, dass Mitarbeitende am Ende eines Gesprächs bereits den nächsten Telefontermin vereinbaren. Das spart spätere Kontaktversuche und erhöht die Verbindlichkeit auf beiden Seiten. Besonders erfolgreich sind dabei konkrete Vereinbarungen.
Nicht: „Ich melde mich nächste Woche noch einmal.“
Sondern: „Ich rufe Sie kommenden Dienstag um 10:30 Uhr oder am Mittwochnachmittag um 15:00 Uhr an. Was passt Ihnen besser?“
Aus einer unverbindlichen Ankündigung wird eine gemeinsame Vereinbarung.
Tipp: Wenn Sie Telefontermine für Kundenberater in einem KSC oder BC vereinbaren, sollte das Zeit Fenster im Kalender maximal 15 Minuten sein. Übernehmen Sie auf keinen Fall die Standardeinstellung von 60 oder 90 Minuten für Beratungsgespräche. Ausnahme: Der Kunde wünscht eine umfassende telefonische Beratung und es ist absehbar, dass mehr Zeit benötigt wird. Prüfen Sie in diesem Fall mit dem Kunden unbedingt die Option der Medialen Beratung, mit der sich komplexe Beratungsthemen professioneller managen lassen.
Ein vereinbarter Telefontermin ist häufig erfolgreicher als mehrere spontane Anrufversuche.
5. Kommunikationsdaten regelmäßig aktualisieren
Gute Daten sind die Grundlage erfolgreicher Gesprächskontakte
Die beste Kontaktstrategie hilft wenig, wenn die hinterlegten Kommunikationsdaten nicht mehr aktuell sind. Gerade Mobilfunknummern, E-Mail-Adressen oder bevorzugte Kontaktwege ändern sich heute deutlich häufiger als noch vor einigen Jahren.
Deshalb gehört die regelmäßige Aktualisierung der Kommunikationsdaten zu den wichtigsten Grundlagen erfolgreicher Telefonkommunikation.
Jede Kundenbegegnung ist eine Chance
Ob in der Filiale, am Servicetelefon, in der Videoberatung oder bei einem Beratungsgespräch:
Jeder Kontakt bietet die Gelegenheit, die hinterlegten Kommunikationsdaten gemeinsam mit dem Kunden zu überprüfen.
Dabei geht es nicht nur um Vollständigkeit. Mindestens genauso wichtig ist die Frage:
Über welchen Weg möchten Sie künftig bevorzugt von uns kontaktiert werden?
Diese Information gewinnt in einer modernen Multikanalberatung zunehmend an Bedeutung.
Aus meiner Praxis
In vielen Projekten stelle ich fest, dass Mitarbeitende großen Wert auf vollständige Stammdaten legen. Die bevorzugten Kommunikationswege werden dagegen häufig nicht systematisch erfasst.
Dabei entscheidet gerade diese Information oft darüber, ob ein Kunde erreichbar ist oder nicht.
Aktuelle Kommunikationsdaten sind keine Verwaltungsaufgabe – sie sind die Grundlage erfolgreicher Kundenkommunikation.
6. Wenn auf dem Display „Spamverdacht“ steht
Vertrauen entscheidet bereits vor dem Gespräch
Kaum etwas beeinflusst die Gesprächsbereitschaft heute so stark wie die Anzeige auf dem Smartphone. Erscheint dort der Hinweis „Spamverdacht“, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der Kunde den Anruf annimmt.
Dabei spielt es häufig keine Rolle, ob diese Einstufung berechtigt ist. Für den Kunden zählt zunächst der Eindruck.
Vertrauen beginnt bei der Rufnummer
Deshalb sollten Unternehmen ihre Rufnummern regelmäßig überprüfen.
- Sind sie korrekt registriert?
- Werden sie auf allen Endgeräten richtig angezeigt?
- Existieren Rückmeldungen von Kunden, dass Anrufe als Spam gekennzeichnet werden?
Diese Fragen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Denn eine gute Gesprächsführung hilft wenig, wenn das Gespräch aufgrund einer negativen Rufnummernanzeige gar nicht erst zustande kommt.
Aus meiner Praxis
In Beratungsprojekten wird häufig intensiv an Gesprächsleitfäden gearbeitet. Die technische Qualität der Rufnummern bleibt dagegen oft unbeachtet. Dabei genügt manchmal bereits eine fehlerhafte Einstufung, um die Gesprächsquote deutlich zu reduzieren.
Deshalb gehört für mich heute auch die regelmäßige Kontrolle der Rufnummerndarstellung zu einer professionellen Telefonstrategie.
Vertrauen entsteht nicht erst im Gespräch. Es beginnt bereits mit der Anzeige auf dem Smartphone.
Praxis-Check
Was Unternehmen gegen den Hinweis „Spamverdacht“ tun können
Prüfen Sie regelmäßig, ob Kunden Ihre Rufnummer als „Spamverdacht“ angezeigt bekommen.
Nutzen Sie möglichst dauerhaft dieselben Rufnummern für ausgehende Telefonate.
Hinterlegen Sie Rufnummern eindeutig mit dem Unternehmensnamen, soweit dies technisch möglich ist.
Arbeiten Sie mit Ihrem Telekommunikationsanbieter zusammen, wenn Rufnummern fälschlicherweise als Spam eingestuft werden.
Kontrollieren Sie die Rufnummernkennzeichnung regelmäßig auf verschiedenen Mobiltelefonen.
Sensibilisieren Sie Mitarbeitende dafür, entsprechende Rückmeldungen von Kunden ernst zu nehmen und intern weiterzugeben.
Überprüfen Sie bei größeren Telefonkampagnen, ob ungewöhnlich viele Anrufe innerhalb kurzer Zeit zu einer negativen Bewertung der Rufnummer führen könnten.
Infos zur Kennzeichnung "Spam-Verdacht"
Die Kennzeichnung „Spam-Verdacht“ kommt nicht immer vom Angerufenen selbst, sondern aus automatisierten Bewertungssystemen im Netz (bei der Telekom z. B. „Call Check“). Deine Rufnummer ist dort offenbar negativ eingestuft worden – oft durch Nutzerbeschwerden oder Muster im Anrufverhalten.
Warum passiert das?
Typische Auslöser sind:
- Häufige ausgehende Anrufe (z. B. Vertrieb / Terminierung)
- Viele nicht angenommene Anrufe / Rückrufe
- Nutzer melden deine Nummer als störend
- Ähnliche Nummern wurden für Spam missbraucht (Spoofing möglich)
Was Du konkret tun kannst (am Beispiel Telekom)
1. Korrektur direkt beim Netz- / Datenanbieter anstoßen
Die Telekom nutzt externe Datenbanken (z. B. RealNetworks/Hiya). Du kannst eine Fehlklassifizierung melden mit einer Mail an: VoiceFraudReport@realnetworks.com
Erforderliche Angaben: Rufnummer, Unternehmen, Zweck der Anrufe, Zeitraum / Beispiele
Das ist der wichtigste Hebel, weil dort die Bewertung gepflegt wird.
2. Telekom Geschäftskunden-Support einschalten
Wenn es eine geschäftliche Rufnummer ist:
- Telekom Business-Hotline kontaktieren
- Stichwort: „Rufnummer wird als Spam angezeigt“ / Call Check falsch
Die Telekom kann intern prüfen, ob deine Nummer in ihren Systemen gelistet ist.
3. „Branded Call“ nutzen (sehr wirksam)
Die Telekom bietet seit 2026 Branded Calls: Dein Firmenname wird beim Anruf angezeigt. Nur verifizierte Unternehmen werden zugelassen
Effekt: Selbst wenn Misstrauen besteht, steigt die Annahmequote massiv.
4. Ursache im Anrufverhalten prüfen (oft unterschätzt)
Gerade bei KSC-/Outbound-Teams relevant:
- Kein „Kaltanruf ohne Einwilligung“ (rechtlich kritisch)
- Frequenz reduzieren (kein Call-Bursting)
- Rückrufquote beobachten
- Gesprächseinstieg klar legitimieren („Sie hatten Kontakt wegen …“)
Hintergrund: Algorithmen erkennen Muster, nicht Absicht.
5. Notlösung: Rufnummerwechsel
Wenn die Nummer „verbrannt“ ist (kommt vor):
- Neue Nummer einrichten
- Alte nur noch passiv nutzen
Fazit und klare Empfehlung (Priorität)
- Fehlmeldung an RealNetworks senden
- Parallel Telekom Business kontaktieren
- Mittelfristig Branded Call aktivieren
Die beste Gesprächsstrategie kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn der Kunde den Anruf überhaupt annimmt. Deshalb gehört auch das Rufnummernmanagement heute zu einer professionellen Telefonstrategie.
7. Den richtigen Zeitpunkt bewusst nutzen
Gesprächskontakte entstehen selten zufällig
Wer die bisherigen Gedanken dieses Impulses zusammenführt, erkennt schnell: Erfolgreiche Gesprächskontakte sind kein Zufallsprodukt. Sie entstehen durch das bewusste Zusammenspiel vieler kleiner Faktoren:
- der richtige Kontaktweg,
- eine professionelle Mailboxstrategie,
- Geduld,
- verbindliche Telefontermine,
- aktuelle Kommunikationsdaten
- und eine vertrauenswürdige Rufnummer.
Jede einzelne Maßnahme verbessert die Erfolgsquote nur ein wenig. Gemeinsam entfalten sie jedoch eine erhebliche Wirkung.
Gesprächskontakte sind planbar
Professionelle Telefonkommunikation bedeutet deshalb heute nicht mehr:
„Ich versuche den Kunden zu erreichen.“
Sondern:
„Ich gestalte den Kontaktprozess so, dass aus einem Anruf möglichst ein Gespräch entsteht.“
Genau dieser Perspektivwechsel zeichnet moderne Telefonkommunikation aus.
Aus meiner Praxis
In nahezu jedem Telefontraining sprechen wir auch über die Frage nach dem richtigen Anrufzeitpunkt. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind Zielgruppen, Altersstruktur und individuelle Lebensgewohnheiten.
Eine Beobachtung begegnet mir jedoch immer wieder: Viele Mitarbeitende berichten von besonders guten Erfahrungen mit Anrufen am Samstagvormittag.
Warum?
Weil viele Kunden dann nicht im Arbeitsalltag stehen, mehr Ruhe haben und eher bereit sind, sich einige Minuten Zeit für ein Gespräch zu nehmen.
Natürlich ist auch das keine allgemeine Regel.
Ich sehe darin vielmehr einen Hinweis, die eigenen Erfahrungen systematisch auszuwerten.
Welche Anrufzeiten führen in Ihrem Haus tatsächlich zu den meisten Gesprächen?
Wer diese Frage regelmäßig analysiert, wird häufig eigene Erfolgszeiten entdecken – und kann seine Kontaktstrategie gezielt daran ausrichten.
Erfolgreiche Gesprächskontakte entstehen dort, wo gute Vorbereitung auf den richtigen Zeitpunkt trifft.
Fazit zum 2. Teil der Impulsreihe "Die neue Telefonkultur"
Im ersten Impuls dieser Reihe stand die Frage im Mittelpunkt, wie Gesprächsbereitschaft entsteht. Dieser zweite Impuls zeigt den nächsten Schritt:
Gesprächsbereitschaft allein genügt nicht. Sie muss in einen erfolgreichen Gesprächskontakt überführt werden.
Dabei entscheidet heute selten eine einzelne Maßnahme über den Erfolg. Vielmehr entsteht ein erfolgreicher Gesprächskontakt durch das Zusammenspiel vieler kleiner Stellschrauben:
- die richtige Rufnummer,
- eine sinnvolle Reihenfolge der Kontaktwege,
- eine professionelle Mailboxstrategie,
- Geduld beim Kontaktversuch,
- vereinbarte Telefontermine,
- aktuelle Kommunikationsdaten,
- und eine Rufnummer, die Vertrauen schafft.
Jede dieser Maßnahmen verbessert die Erfolgsquote nur ein wenig. In ihrer Summe machen sie jedoch den entscheidenden Unterschied. Deshalb verstehe ich erfolgreiche Telefonkommunikation heute nicht mehr als einzelne Gesprächstechnik. Sie ist ein bewusst gestalteter Kontaktprozess, der bereits vor dem eigentlichen Gespräch beginnt und den Kunden Schritt für Schritt zum Gespräch führt.
Genau darin liegt aus meiner Sicht die zweite Säule der neuen Telefonkultur.
Erfolgreiche Gesprächskontakte entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis einer professionell gestalteten Kontaktstrategie.
Ausblick
Nächster Impuls: Die neue Telefonkultur (3/4)
Im ersten Impuls ging es um Gesprächsbereitschaft. Im zweiten Impuls stand der Gesprächskontakt im Mittelpunkt. Doch selbst wenn ein Kunde den Anruf annimmt, entscheidet sich der eigentliche Erfolg erst in den ersten Gesprächsminuten.
- Wie gelingt es, Vertrauen aufzubauen?
- Welche Rolle spielt die eigene Stimme?
- Braucht es heute noch Gesprächsleitfäden?
. Und wie entwickelt sich aus Sicherheit Schritt für Schritt echte Gesprächskompetenz?
Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im nächsten Teil der Reihe:
GESSER.biz | Impuls
Die neue Telefonkultur (3/4)
Vom Gesprächskontakt zum erfolgreichen Dialog
Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem:
- Warum Vertrauen bereits in den ersten Sekunden entsteht.
- Weshalb ein Leitfaden Sicherheit geben kann – aber Erfahrung ihn Schritt für Schritt ersetzt.
- Wie der Grund für den Anruf verständlich und nutzenorientiert vermittelt wird.
- Und warum Gesprächskompetenz heute wichtiger ist als auswendig gelernte Formulierungen.
Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen.
Zum Mitnehmen
Zu diesem Impuls steht Ihnen wieder ein kompakter OnePager mit den wichtigsten Erkenntnissen und Praxisimpulsen zum Download zur Verfügung.
OnePager Teil 2
Ihre Erfahrung interessiert mich
Wie erleben Sie diese Entwicklung?
- Welche Erfahrungen machen Sie bei der telefonischen Kontaktaufnahme?
- Welche Maßnahmen haben sich in Ihrer Sparkasse oder Ihrem Unternehmen besonders bewährt?
Ich freue mich über Ihre Rückmeldung und den fachlichen Austausch – gerne auch auf facebook und LinkedIn oder per mail unter info@gesser.biz
Blick nach vorn
In dieser ersten Staffel der Reihe „Die neue Telefonkultur“ standen bisher die Veränderungen in der Outbound-Kommunikation im Mittelpunkt. Doch auch in der Servicetelefonie (Inbound) haben sich die Erwartungen und das Verhalten der Kunden deutlich verändert.
Diesen Entwicklungen widmet sich eine der kommenden Ausgaben von GESSER.biz | Impuls.
Disclaimer KI-Unterstützung
Alle Inhalte wurden von Peter Gesser zusammengestellt und erarbeitet. Selbstverständlich wurde die Textzusammenfassung mit ChatGPT überarbeitet und sprachlich sowie lesefreundlich aufbereitet.
Darüber hinaus wurden die Abbildungen im Text und der OnePager mit ChatGPT_Plus auf Basis der vorliegenden Texte anschaulich visualisiert.